Freitag, 22. August 2014

Abschlussbericht


Einblick in meine Tätigkeit und in mein Leben in der Einrichtung


Die kleine Waldorfschule im Südwesten Argentiniens, in der Provinz Chubut lag am Fuße der Anden. Vom ersten Arbeitstag an wurde ich freundlich und respektvoll in die Arbeit mit einbezogen. Anfangs wurde ich sogar noch in die morgendlichen Rhythmusübungen eingeladen, um die Kinder und Lehrer kennenzulernen. Später beschränkte sich meine Hauptaufgabe darauf, für die Schüler der Klassen eins bis sechs (primaria = span. Grundschule) das Pausenessen vorzubereiten. Ich sollte von den Eltern selbst gebackenes Brot mit Marmelade, frisches Obst oder Gemüse und einen Tee herrichten und in die Klassen reichen. 
Nach dem Pausenbrot (merienda) stand Pausenaufsicht auf dem Programm. Ich achtete darauf, dass sich keiner vom Schulgelände entfernte, sich in Gefahrensituationen begab und schlichtete Auseinandersetzungen. Außerdem gab es immer Zeit auch mit den Kindern, sowohl des Kindergartens, als auch mit den Grundschülern, zu spielen. Nach der Pause sammelte ich das Geschirr vom Pausensnack wieder ein, wusch ab und räumte die Küche auf. Immer wenn Schulhefte gebraucht wurden, stellte ich diese aus Pappkarton und weißem Papier her. Je nach Wunsch geheftete oder genähte Bindungen. Ebenso führte ich Hausmeisterarbeiten durch, wie zum Beispiel Gebäude-, Mobiliar,- und Geräteinstandhaltung.
Das erste Halbjahr war ich auch noch fester Bestandteil des Musik-, Sport- und Werkunterrichts der sechsten Klasse. Besonders diese Tätigkeit machte mir sehr viel Spaß und schuf durch engeren Kontakt auch nähere Freundschaften. Allerdings schlossen die sechste Klasse und ihr Lehrer die Schule zum Schuljahresende hin ab und somit fielen diese Arbeitsbereiche für mich weg. Ich suchte mir also neue Beschäftigungen wie zum Beispiel die Suche nach Spenden aus Deutschland für die Schule. Auf diese Weise konnte ich mehr als tausend Euro für den Wachstumsfond, einen kompletten Werkzeugkasten, eine Gitarre, ein Keyboard, eine Trommel, Wachsmal-Farben, Aquarellfarben, Wachsknete und sogar eine Patenschaft für die Schule organisieren. Nebenbei verfasste ich einen öffentlichen Blog, auf dem ich über meine Erfahrungen berichtete und Bilder zur Verfügung stellte. Außerdem schrieb ich für mehrere örtliche Zeitungen Artikel über meine Erfahrungen und spendete auch das damit verdiente Geld (ca. vierhundert Euro) der Schule. 



Welche Phasen habe ich durchlebt?

Wer ein Jahr von zu Hause weggeht und in einem anderen Land ein neues Leben aufbaut, könnte ein Buch darüber schreiben, welche Erlebnisse man hat, welche Gefühle durchlebt werden und wie sich der Horizont erweitert. Mein Jahr war geprägt von guten und schönen Eindrücken. Möglich gemacht durch gute Vorbereitung, Offenheit und auch etwas Glück. 
Insgesamt habe ich in dreizehn Familienhäusern gewohnt, für Zeiträume von einem Wochenende bis zu fast zwei Monaten. Vom Zelt im Garten, über die Couch im Wohnzimmer, bis zu einem eigenen Zimmer mit eigenem Bad. Es gab keinen festen Wohnsitz für den Freiwilligen, auf Grund von Platzmangel im Schulgebäude. Außerdem zog ich es vor bei mehreren Familien zu wohnen, um so in möglichst viele verschiedene Lebensbereiche einblicken zu können. Es ergaben sich zum Teil gute Freundschaften, aber andererseits gab es auch Diskussionen über unterschiedliche Ansichten und Auffassungen. 
Weil ich das ganze Jahr über mit meiner Freundin, die in Deutschland lebt zusammengeblieben bin, hatte ich per Post und über das Internet immer viel Kontakt in meine Heimat. Wir haben die Zeit zusammen erlebt, weil wir unsere Erlebnisse immer teilten. Wir sind noch heute ein Paar und sind stolz darauf die Nähe zu einander nicht verloren zu haben. Jedoch fühlte ich mich nie in der Lage, mich voll und ganz auf das argentinische Leben einzulassen und in die Kultur komplett einzutauchen. Das hätte für mich wesentlich weniger Kontakt mit meiner Heimat oder sogar Untreue bedeuten können. 
Auf Reisen und in meiner Freizeit habe ich das Land und die Leute trotzdem sehr gut kennen lernen dürfen und bin sehr dankbar für die zwölf Monate. Die sprachliche Hürde habe ich trotz anfangs geringer Spanisch-Kenntnisse nach wenigen Monaten überwinden können. Vor diesem Jahr war ich Extremsportler und trainierte fast täglich, in Patagonien hingegen rückten andere Lebensbereiche für mich in den Mittelpunkt, wie das Familienleben, die Freunde, die Kultur, die Musik und die Natur. Wer hier mehr wissen möchte, möge mich bitte persönlich ansprechen. 




Wie habe ich mich verändert oder andere Perspektiven gewonnen?


„El mundo es nada mas que cambio” (span. = die Welt ist nichts weiter als ein Austausch). Dieser Spruch stand auf eine Mauer gesprüht, in dem Ort, wo ich dort lebte - er enthält viel Wahrheit. Das Leben ist ein stetiges Geben und Nehmen. Auch wenn für mich dieses Jahr unter dem Zeichen des Gebens stand, musste ich doch realisieren, wie viele Menschen einen eigentlich unterstützen, seien es die Spender, die mir dieses Jahr finanzierten, die Organisation welche mir den Weg ebnete, die Eltern und Freunde die mich in jeder Hinsicht stützen, die freundlichen Familien bei denen ich wohnen durfte und die Kinder die mir so viel Freude und Ehrlichkeit gegeben haben. 
Die größten Veränderungen sind bei mir die Inneren. Auch hier möchte ich zitieren: „A mind, once stretched by a new idea, never returns to its original dimensions” (R. W. Emerson). Mir wurden durch diesen, meinen zweiten langen Auslandsaufenthalt, die Augen noch einmal für ganz neue Perspektiven geöffnet. Mein erstes Jahr, welches ich in den USA verbrachte, bereicherte mich auf eine völlig andere Art und Weise. Dieses in Argentinien lehrte mich, nicht nur im geografischen Sinne des Wortes, die Welt von unten zu sehen. Dort spielen ganz andere Werte eine Rolle. 
Durch mein soziales Engagement sehe ich auch mich selbst ein Stück in der Verantwortung, in Zukunft ebendieses fortzuführen. Nicht jeder kann oder will Geld spenden, doch jeder kann und sollte seine Zeit nachhaltig für das Gute und für die Gerechtigkeit einsetzen. Das bedeutet nicht, Opfer zu bringen. Es bedeutet, reiche Erfahrungen oder einfach nur die Befriedigung, jemandem ein Lächeln auf die Lippen gezaubert zu haben.



      Was nehme ich aus dem Jahr mit? Was ist mein Fazit?



Das wichtigste, was ich aus diesem Jahr für mich mitnehme, ist die Erkenntnis darüber, was wirklich zählt im Leben: die Freundschaft, welche zwischen mir und den Familien der Schulgemeinschaft entstand, die Ehrlichkeit, mit der die Kinder mir begegneten, Aufrichtigkeit, welche ich durch meine Freunde dort erfuhr, sie vermittelten mir viele Werte und Sichtweisen, die ich nie zuvor in Erwägung gezogen hatte und ganz wichtig auch Offenheit und Toleranz für Veränderung. Wer durch diese Dinge sein Glück findet, macht auch die Menschen um sich herum glücklich. 















Dienstag, 22. Juli 2014

Reise Teil 4

Paraguay kurz ausserhalb von Asuncion


Roadtrip nach Foz do Iguazu

Estancia "mitten im Nirgendwo"



Viehzucht


Quatis


die Iguazu Wasserfaelle - ein Naturweltwunder 




der Itaipu-Staudamm (im Hintergrund) 
Oscar Niemeyer-Museum in Curitiba


Wochenendmarkt

Park in Sao Paulo

tropische Fruechte

Kokoswasser

Lebensmittelmarkt



Dienstag, 15. Juli 2014

Reise Teil 3

Freude ueber die Fussballweltmeisterschaft


mit meinen Freunden aus Paraguay

und anderen Deutschen in der Stadt

Stadtbesichtigung Asuncion

ist die Hauptstadt des im Herzen des Kontinentes liegenden Landes 

mit Johan vor dem Regierungsgebaeude



vor einem Schiff der Marine

ein Seitenarm (Bahía de Asunción) des Rió Paraguay

durch starke Regefaelle kam es zu schweren Ueberschwemmungen



Asunción

palacio de Lopez



Samstag, 12. Juli 2014

Reise Teil 2

regnerisches Montevideo

mit Jesse und Benthe Mittagessen

mit Freunden ausgehen

Abfahrt aus Montevideo

mein Bus

Fluss in Cordoba

deutsche Studentinnen, die ich unterwegs getroffen habe

Handwerkermarkt

Strassenspektakel 

Touristentour

Bergbesteigung etwas ausserhalb von Cordoba

Pause

Gipfelfoto mit Maive, Felix und Leo

das etwas andere Haustier...

das Lama weiss auch nicht so recht, was es darueber sagen soll :)


Abendspaziergang in Carlos Paz

die Waldorfschule, in der Felix und Leo arbeiten

Carlos Paz von oben

Gipfelkreuz